Das myofasziale Schmerzsyndrom

Unter myofaszialen Schmerzen versteht man Schmerzen, die von der Muskulatur und den dazugehörigen Faszien ausgehen. Die Skelettmuskulatur stellt das größte Organ des Menschen dar. Je nach genetischen Voraussetzungen, Geschlecht, Alter und Trainingszustand machen die insgesamt 639 Einzelmuskeln etwa 40% des Körpergewichts aus. Entsprechend sind Störungen in dem komplexen myofaszialen System für einen großen Teil von Schmerzzuständen verantwortlich. Dabei kommt den sogenannten Triggerpunkten besondere Bedeutung zu.

Was sind Triggerpunkte?

Bei myofaszialen Triggerpunkten handelt es sich um punktuelle Verhärtungen in den Muskeln und in den dazugehörigen Muskelfaszien. Sie gelten als die häufigste Ursache von Schmerzen und Funktionsstörungen im Bewegungsapparat.
Myofasziale Triggerpunkte werden in aktive und latente Triggerpunkte unterteilt. Aktive Triggerpunkte lösen Schmerzen aus, deren Ursachen in ihrer unmittelbaren Umgebung liegen können. Ebenso aber können diese Schmerzen auch in andere entfernte Körperregionen übertragen werden. So können beispielsweise Triggerpunkte in der tiefen Wadenmuskulatur ursächlich für Schmerzen im unteren Rücken sein. Dieser übertragene Schmerz ist in der internationalen Literatur als „Referred pain“ bekannt. Latente Triggerpunkte können über mehrere Jahre symptomlos in einem Muskel überdauern oder durch bestimmte Ereignisse in aktive Triggerpunkte umgewandelt werden.

Entstehung von Triggerpunkten

Bei der Entstehung von Triggerpunkten spielen unterschiedliche Faktoren eine Rolle. Häufig ist es ein Zusammenwirken mehrerer Faktoren. Myofasziale Triggerpunkte haben meist ihre Ursache in körperlicher Fehlbelastung oder Überlastung. Aber auch psychische Stressfaktoren und falsche Ernährung können die Entstehung von myofaszialen Triggerpunkten begünstigen.
Triggerpunkte führen zu schmerzhaften Verspannungen und Verkürzungen der Muskulatur sowie des umliegenden Bindegewebes. Folgen sind Störungen der Funktion, der gesamten Statik und Fehlbelastungen der Gelenke. Langfristig können daraus strukturelle Schädigungen und vorzeitiger Verschleiß resultieren.

Triggerpunkte im Gewebe

Triggerpunkt im Gewebe

Diagnostik myofaszialer Triggerpunkte

Wichtig in der Diagnostik myofaszialer Schmerzen ist der Ausschluss schwerwiegender Erkrankungen anderer Organsysteme. Daher sollte sie ausschließlich von einem klinisch erfahrenen Facharzt durchgeführt werden.

Basis der zielführenden Diagnostik ist eine präzise Anamnese unter Berücksichtigung muskelzugehöriger Ausstrahlungsmuster. Im Rahmen der klinischen Untersuchung erfolgt immer eine ganzheitliche Analyse der Körperstatik von Kopf bis Fuß.
Durch den manuellen Tastbefund wird die genaue Schmerzzone lokalisiert. Zudem wird die Beweglichkeit der betroffenen Gelenke überprüft, um die Elastizität und Dehnbarkeit der myofaszialen Strukturen zu beurteilen. Unterstützend kommt die apparative Stoßwellendiagnostik zur Anwendung.

Eine zentrale Rolle in der bildgebenden Diagnostik myofaszialer Triggerpunkte spielt die hochauflösende Ultraschall-Elastographie. Mit ihr können die genaue Lage und Größe der Triggerpunkte ermittelt werden. Diese Parameter sind für die Festlegung der gezielten Therapie unverzichtbar.

Triggerpunktbehandlung-multiprofessionelle Behandlungsstrategien

Durch eine medikamentöse Therapie kann das myofasziale Schmerzsyndrom nicht ursächlich behandelt werden. Bestenfalls werden dadurch die Symptome gelindert.

Ziel der Therapie myofaszialer Schmerzen ist die Auflösung der Triggerpunkte in Muskeln und Faszien, um die damit einhergehenden Schmerzen, Verspannungen und Verkürzungen zu beseitigen. Die Behandlung richtet sich nach der Lokalisation der Triggerpunkte. Durch die exakte Diagnostik und Kombination unterschiedlicher moderner Therapieverfahren lassen sich hervorragende Behandlungsergebnisse erzielen. Für jeden Patienten wird ein individuell abgestimmtes Behandlungskonzept erstellt.

In einem multiprofessionellen Ansatz arbeiten wir mit einem speziell ausgebildeten Team aus Physiotherapeuten, Osteopathen und Heilpraktikern zusammen. Durch interdisziplinäre Fortbildungen und Fallkonferenzen findet ein regelmäßiger Wissensaustausch statt. Dadurch wird die hohe Qualität der Patientenversorgung sichergestellt.

Methoden der Triggerpunktbehandlung

  • Manuelle Triggerpunkttherapie
  • Faszientherapie
  • Triggerpunkt-Stoßwellen-Therapie
  • Akupressur
  • Akupunktur
  • Manuelle Therapie und Chirotherapie
  • Osteopathie
  • Schröpfen
  • Bindegewebsmassagen
  • Thermotherapie
  • Mineral-Infrarot-Therapie
  • Funktionelle Bewegungsübungen
  • Statische und dynamische Dehnungsübungen
  • Neuraltherapie
  • Dry Needling
  • Ernährungsmedizin
  • Haben Sie Fragen zu den Möglichkeiten der myofaszialen Triggerpunkttherapie?

    Die Informationen auf dieser Seite sollen Ihnen nur als kurze Einführung dienen. Die Schmerzen unserer Patienten sind häufig sehr unterschiedlichen Ursprungs. Deshalb ist eine umfassende Untersuchung in unserer Praxis unerlässlich. Vereinbaren Sie hierzu unter 030 – 40 79 70 86 einen Termin. In diesem Zuge beantworten wir auch gerne alle Ihre aufkommenden Fragen.